KRITIKEN

Mitunter glaubt man den echten Björn mit der Sternenglitter-Gitarre über die Bühne flitzen und am Klavier den bärtigen Benny sitzen zu sehen. Mit Anni-Frid und Agnetha in hautengen Stretchanzügen und Stiefeln mit Plateausohlen entfachen die Doubles der schwedischen Popgruppe mit „Waterloo“, „Money, Money, Money“ und „Knowing Me, Knowing You“ am Sonnabend ein wahres Feuer.
Für einen anderen Teil des Publikums verbinden sich mit „Mamma mia“, „Fernando“, „Chiquitita“ oder „Dancing Queen“ vor allem Erinnerungen. An dem Abend sind so viele leuchtende Augen zu sehen, dass es der Leuchtstäbe, Feuerzeuge oder Handy-Displays nicht unbedingt bedurft hätte.
Die eingängigen Melodien, die auch ein ganz bestimmtes Lebensgefühl transportieren, scheinen auch nach drei Jahrzehnten nichts von ihrer Popularität eingebüßt zu haben. So springt auch hier der oft zitierte Funke von der Bühne ins Publikum über – und von den Akteuren in die Zuschauerreihen zurück.
Es sind natürlich vor allem die Songs der Abbas, die im Saal zum Mitsingen und Tanzen animieren. Doch die vier Hauptprotagonisten haben auch das stimmliche, musikalische und tänzerische Format, um bestehen zu können. Mit ihrer Ausstrahlung bringen sie die originalgetreuen Kostüme, Frisuren und Bewegungen zur Geltung.

Mitteldeutsche Zeitung

Monschau. Rund drei Sekunden reichen normalerweise , um einen Hit von «Abba» zu erkennen. Der hohe Wiederkennungswert der legendären und seit fast 30 Jahren getrennten schwedischen Popgruppe führt dazu, dass ihre Musik auch Jahrzehnte später noch ebenso frisch wie mitreißend klingt. In den Genuss der größten Abba-Hits kamen am Mittwochabend auch rund 1100 Besucher auf der Burg Monschau. Im streng klassisch orientierten Programm der Festspiele 2010 bot die ABBA Tribute Show eine willkommen Abwechslung, und der hohe Publikumszuspruch zeigt, dass auch die leichte Muse auf Widerhall stößt.
Das Quartett hat sich zum Ziel gesetzt, den Mythos der Supergruppe am Leben zu erhalten, nachdem alle Versuche, das Original wieder zu vereinigen, bekanntlich scheiterten. In Kunstnebel war die Burgbühne gehüllt, als mit dem Eurovisions-Siegertitel aus dem Jahre 1974 «Waterloo» die schwungvolle Show startete. Unterstützt von einigen ansehnlichen «Dancing Queens». Moderator Robert Esser, der souverän und galant durchs Programm führte, stimmte die Gäste auf die «Wild Seventies» ein, und riet dem Publikum es ganz locker angehen zu lassen: «Rasten Sie doch einfach mal spontan aus!»

Aachener Zeitung

Das Auge hört mit – das werden sich auch die Produzenten der ABBA Tribute Show gedacht haben und sorgten für eine überaus ansehnliche Präsentation einer ganzen Reihe von Abba-Hits. Während die Ohren mit Hits wie Waterloo, Mamma Mia, Super Trouper, Man after Midnight, The winner takes it all oder Thank you for the music an die bislang erfolgreichste schwedische Popgruppe erinnert wurden, ließ die Show auch in der Optik nichts aus.

General Anzeiger

In den Siebzigern wurden wir heranwachsenden Jungs vor ein schwerwiegendes Problem gestellt: Welche der beiden schwedischen ABBA-Sängerinnen war nun die Bessere – die blonde Agnetha oder die rote Frida? Diejenigen, welchen diese Frage schlaflose Nächte bereitet hatte, und überhaupt alle ABBA-Fans weit und breit fanden sich am Donnerstagabend zur großen Wiedervereinigung der Kultband zusammen. Gut, es waren nicht die Originale, aber das fiel nicht sehr ins Gewicht. Zu groß war bei den weiblichen Protagonistinnen, auf denen selbstredend wie einst bei den vier Nordeuropäern das Hauptaugenmerk ruhte – die stimmliche Übereinkunft. Auch optisch lehnte man sich hinsichtlich Kleidung – Glitzerkostüme und Plateaustiefel Marke Extrahoch – an die vier Vorbilder an.

Kritik aus München